Dachentwässerung und die Folgen - Echte Herausforderung an den Entwässerungsplaner

Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar – Häufige „Jahrhundertregen“ belasten Dachflächen und bringen die hydraulische Kapazität der Grundstücksentwässerungsanlagen an ihre Grenzen.

Rückstauerscheinungen - Überflutungen – Schäden an Anlagen und Produktion sind die Folgen.

Gaul Ingenieure erstellt Konzepte für ein strukturiertes Vorgehen bei einer ganzheitlichen Problembetrachtung.

Die heftigen Niederschlagsereignisse in letzter Zeit haben doch einige Probleme mit der schadensfreien Ableitung von Niederschlagswasser auf großen Industrieflächen aufgezeigt.

Die immer intensiver werdenden Regenbelastungen zeigen nicht nur den Entwässerungskanälen die Grenzen ihrer hydraulischen Abflusskapazitäten auf, sondern provozieren auch die Frage nach der Belastbarkeit unserer Dachkonstruktionen.

Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Dachflächen gegen Überflutung bei Starkregen regeln verschiedene Normen und Richtlinien.
Im Rahmen der fortschreitenden europäischen Normierung ist auch die geläufige DIN 1986 in eine europäische Norm überführt worden – die EN 12056. Diese neue Norm besteht aus 5 Teilen. Für die Planung und Bemessung der Dachentwässerung ist der Teil 3 maßgebend. Sie wurde im Januar 2001 eingeführt.
Für die Dachentwässerung gilt also die DIN 1986-100: 2008-05 in Verbindung mit DIN EN 752, DIN EN 12056, Flachdachrichtlinie.

Klare Planungsziele sind definiert:

Der Berechnungsregen ist zu jedem Zeitpunkt sicher von einem Dach abzuführen.

Alle Regenereignisse bis zum Jahrhundertregen dürfen die statischen Sicherheitsreserven der Tragwerkskonstruktion des Daches nicht beanspruchen.

Das Problem der Dachentwässerung ist mit der Anordnung geeigneter Notüberläufe an den exponierten Stellen rasch aus der Welt zu schaffen.

Laut Flachdachrichtlinie müssen die Dachwässer über Notabläufe frei ablaufen können und dürfen nicht an die Kanalisation angeschlossen sein.

Die Folge ist allzuoft ein „unkontrollierter“ Abfluss der Wassermassen über die befestigten Flächen.

Überschwemmungen von Produktionshallen und Keller können die unliebsamen Folgen darstellen.

Daraus ist ersichtlich, dass ein funktionierendes Entwässerungssystem nur durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise – vom Dacheinlauf über die Fallleitungen bis zur Einleitung in den öffentlichen Kanal – erstellt werden kann.
Rechts abgebildetes Ablaufschema zeigt exemplarisch die einzelnen notwendigen Bearbeitungsschritte auf, die bei einer ganzheitlichen Betrachtung zur Aufgabenstellung notwendig werden.

Sind Versickerungsanlagen auf Grund geologischer oder betriebsinterner Verhältnisse nicht durchführbar, sind Möglichkeiten von Retentionsmassnahmen mit kontrollierter Niederschlagswasserableitung in den Vorfluter oder den öffentlichen Kanal zu untersuchen. Denkbar wäre auch die Weiterverwendung von Niederschlagswasser evtl. in der Produktion (Kühlwasser, Reinigung, Rückspülung von Filtern usw.)

Die Voraussetzung für eine ganzheitliche Problembetrachtung ist jedoch eine detaillierte Bestandsaufnahme der Dachverhältnisse sowie der entwässerungstechnischen Infrastruktur.

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